Nachrichten: November 2007
Geschwindigkeit: Wie schnell ist sicher?
29.11.2007Die Diskussion um ein allgemeines Tempolimit hat nicht nur die Frage nach Klimaschutz, sondern auch nach mehr Verkehrssicherheit neu aufgeworfen. Fakt ist, dass mit zunehmender Geschwindigkeit auch das Risiko eines Unfalls mit Todesfolge steigt. Der Zusammenhang von hoher Geschwindigkeit und tödlichen Unfällen ist in Deutschland nach Ansicht von Prof. Dr. Hartmut Topp jedoch nach wie vor ein Tabu.
Der Professor für Mobilität und Verkehr an der TU Kaiserlautern nennt den Straßenverkehr ein fehlerhaft belastetes System. Auf 1000 Handlungen eines Autofahrers kommt eine Fehlentscheidung, rechnete Hartmut Topp auf einem Seminar des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) zum Thema „Geschwindigkeit“ vor. Je höher dann das gefahrene Tempo sei, desto schlimmer die Folgen, denn die kinetische Energie nehme nun einmal im Quadrat der Geschwindigkeit zu. So habe ein Fahrzeug mit 180 km/h dreimal soviel Bewegungsenergie wie ein Auto mit 120 km/h.
„Je schwerer der Unfall, desto häufiger spielt die Geschwindigkeit eine Rolle oder, wie man in England sagt, ,The faster you drive the harder you crash’ “, erklärte Topp. Vor diesem Hintergrund befürworte die Mehrheit der Bevölkerung - nicht der Autofahrer – ein Tempolimit. Ein älterer Großversuch in Hessen mit Tempo 100 auf der Autobahn habe zu einer Halbierung der Toten und Verletzten geführt, erinnerte der Professor des Institutes für Mobilität und Verkehr in Kaiserslautern.
Experten gehen davon aus, dass eine Senkung der Durchschnittsgeschwindigkeit in Europa um 1 km/h zu einem Rückgang der Unfälle mit Verletzten um zwei Prozent, der mit Schwerverletzten um drei und der mit Todesopfern um vier Prozent führen würde.
Doch nicht nur den Temporausch, sondern auch die großen Geschwindigkeitsunterscheide auf deutschen Autobahnen hält Hartmut Topp für „mindestens genauso problematisch“. Er geht davon aus, dass eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 bis 80 km/h die Kapazität und den Verkehrsfluss deutlich erhöhen würde.
In Städten befürwortet der Verkehrsexperte aus Sicherheitsgründen generell Tempo 30. „Dann dürfte es innerorts so gut wie eine Verkehrstoten mehr geben.“ www.auto-reporter.net
Initiative zur Entschärfung des Toten Winkels
28.11.2007Im Beisein von Dr. Karl-Heinz Daehre, Verkehrsminister in Sachsen-Anhalt, haben die Sachverständigen von Dekra eine bundesweite Initiative zur Entschärfung des Toten Winkels an Lastkraftwagen gestartet. Dazu wurde bei der Spedition RiCö Internationale Transporte und Logistik in Schopsdorf bei Magdeburg am 23. November 2007 eine zusammen mit MAN und Mercedes-Benz entwickelte Methode zur korrekten Einstellung der Spiegelsysteme an Nutzfahrzeugen vorgestellt.
Mit einer auf dem Boden aufgemalten Schablone können die Spiegel optimal justiert und damit die schlecht einsehbaren Bereiche auf ein absolutes Minimum verringert werden. Das Rechtsabbiegen von Lkw ist für Fußgänger, Rad- und Mofafahrer eine der gefährlichsten Situationen im Straßenverkehr. Nicht nur Kinder schätzen den Sichtbereich der Lkw-Fahrer falsch ein. Fußgänger und Radfahrer geraten häufig in die "Tote-Winkel-Falle", wenn sie an einer Kreuzung direkt neben dem Lkw halten, wo sie vom Lkw-Fahrer nur schwer oder gar nicht zu sehen sind. Biegt der Lkw dann nach rechts ab, besteht höchste Gefahr, überrollt zu werden. Europaweit sterben, so das Europäische Parlament, in solchen Situationen jedes Jahr rund 400 Fußgänger und Zweiradfahrer.
Eine neue EU-Richtlinie zur Nachrüstung von verbesserten Spiegeln an Lkw zufolge müssen in Europa bis spätestens April 2009 alle schweren Lkw über 3,5 Tonnen mit Erstzulassung ab 1. Januar 2000 mit Spiegeln nachgerüstet werden, die das indirekte Sichtfeld der Fahrer erweitern. Für neu zugelassene Lkw gilt die Ausrüstungspflicht be-reits seit Ende Januar 2007. www.transporter-news.de
Weltrekord für Volvo Trucks
27.11.2007Boije Ovebrink, ehemaliger Truck-Rennfahrer, hat mit seinem roten Volvo NH einen neuen Weltrekord für den Kilometer aus dem Stand in der Klasse der schweren Trucks aufgestellt. Der Truck verfügt über eine Leistung von 1177 kW / 1600 PS und einem Drehmoment von 5000 Nm. Der Rekord-Truck wird nun eingesetzt, um Volvo und die Transportbranche auf der Suche nach neuen Lkw-Mechanikern und -Fahrern zu unterstützen.
Der Weltrekord wurde am 19. November 2007 vor Vertretern des schwedischen Motorsportverbands auf dem Flugplatz in Västerås aufgestellt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit über eine Strecke von einem Kilometer mit stehendem Start betrug 158,8 km/h. Die erreichte Höchstgeschwindigkeit betrug 240 km/h. Nun muss der Rekord noch vom Weltmotorsportverband FIA formell anerkannt werden.
Der Weltrekord-Truck geht jetzt mit dem neuen Weltrekordhalter auf Tour, auf der auch weiterführende Schulen in Skandinavien besucht werden. Dabei wird das Ziel verfolgt, junge Leute dazu zu bewegen, sich für die Ausbildung zum Fahrzeugtechniker oder einen entsprechenden Studiengang an einer Hochschule zu bewerben. www.transporter-news.de
Mercedes stellt Hybrid-Omnibus vor
26.11.2007Der erste Hybrid-Omnibus von Mercedes-Benz feiert auf den werkseigenen Omnibustagen in Mannheim seine Weltpremiere. Der Citaro G BlueTec-Hybrid ist ein Diesel-Elektro-Hybrid mit seriellem Antriebskonzept. Der zum Einsatz kommende 4,8-Liter-Vierzylinder-Dieselmotor steckt auch in der Lkw-Baureihe Atego. Bei dem dreiachsigen Gelenkzug dient er nicht wie bei einem herkömmlichen Selbstzünder-Kraftfahrzeug als ständiger Antrieb, sondern lediglich als Generator für die Batterien des Elektromotors. Für die Traktion sind vier elektrische Radnabenmotoren zuständig, die jeweils an einem Rad der Mittel- und Hinterachse wirken. Jedes dieser Aggregate verfügt über eine Leistung von 80 kW, so dass sich für den Citaro eine Gesamtleistung von 320 kW/435 PS ergibt.
Um genügend Platz für 140 Fahrgäste zu schaffen, wurden die Lithium-Ionen-Batterien für die Stromversorgung der Elektormotoren auf dem Dach des Niederflurbusses untergebracht. Dort befinden sich ebenfalls die elektrisch betriebenen Nebenaggregate, die bei reinem Batteriebetrieb beispielsweise den Klima-Kompressor oder die Servo-Pumpe betreiben. Der Dieselgenerator sitzt im Heck des Viertürers. Insgesamt bringt der neue Hybridbus aufgrund der Batterien und der Radnabenmotoren rund 1 000 Kilogramm mehr auf die Waage als das vergleichbare konventionell betriebene Modell.
Der Prototyp des Citaro Gelenkzuges wird ab Frühjahr 2008 probeweise im Stadtverkehr von Stuttgart eingesetzt. Durch die Fahrten im reinen Elektrobetrieb, beispielsweise beim Heranfahren an Haltestellen, im Stand oder beim Beschleunigen, soll der Bus laut Hersteller bis zu 30 Prozent weniger Diesel verbrauchen als ein reiner Selbstzünder-Bus. Zudem sorgt der Elektrobetrieb für ein niedrigeres Geräuschniveau sowohl außen als auch im Innenraum. Die Serienproduktion des Hybrids beginnt 2009. Daimler rechnet langfristig mit einem Jahresabsatz in dreistelliger Höhe. Weitere Hybrid-Varianten wie etwa Zweiachser sind bislang nicht geplant. Zu den Preisen wollte der Hersteller bislang keine Angaben machen. www.monstersandcritics.de
Tenneco zeichnet Customer of the Year aus
26.11.2007Tenneco hat heute (23. November 2007) in Budapest die Gewinner seines „Customer of the Year” für das Jahr 2007 bekannt gegeben. Mit der Eugen Trost GmbH und der PV Automotive GmbH gingen drei Preise an deutsche Unternehmen.
Insgesamt wurden 13 Direktkunden aus zehn europäischen Staaten in den Kategorien Kommunikation, Markt-Performance, Distribution, Innovation, Training und Partnerschaft. ausgezeichnet. Das amerikanische Unternehmen stellt die Monroe-Stoßdämpfer sowie Walker-Abgassystemen und Katalysatoren her. Tenneco gehört zu den Firmen, deren Nachrüstpartikelfilter in Deutschland wegen mangelnder Wirksamkeit aufgefallen sind. www.transporter-news.de
Regelung bei Unfällen durch grobe Fahrlässigkeit
21.11.2007Bei einem durch grobe Fahrlässigkeit verursachten Autounfall ist die Kasko-Versicherung derzeit nicht verpflichtet, für den entstandenen Schaden aufzukommen. Das ändert sich mit dem Inkrafttreten des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) am 1. Januar 2008. Ab dann muss auch die Kasko-Versicherung wie bereits die Kfz-Haftpflichtversicherung auch für Schäden durch grobe Fahrlässigkeit aufkommen.
Das neue Gesetz bedeutet jedoch nicht, dass die Versicherung die Kosten des Schadens in vollem Umfang übernehmen wird. Laut Axa hat die Versicherung das Recht, die Mitschuld im Einzelfall zu prüfen und die Leistungen um den Prozentsatz zu kürzen, der auch die Mitschuld des Versicherten bezeichnet. Beim Abschluss eines neuen Vertrages sollte deshalb darauf geachtet werden, ob der Versicherungsanbieter grob fahrlässig verursachte Schäden ohne Abzug übernimmt oder nicht. Bei grob fahrlässig verursachtem Diebstahl und Schäden durch Alkohol und Drogen werden die meisten Versicherungen im kommenden Jahr weiterhin eine Kostenübernahme ablehnen.
Einer Umfrage der Axa zufolge sind nur 34 Prozent der Autofahrer bereit, für die Abdeckung grob fahrlässig herbeigeführter Schäden eine höhere Prämie zu zahlen. Von den unter 30-Jährigen sind 58 Prozent gewillt, derartigen Kosten vorzubeugen, von den Kleinwagenfahrern 39 Prozent. Laut Axa ereigneten sich in Deutschland im vergangenen Jahr 400 000 Verkehrsunfälle aufgrund von Fehlverhalten am Steuer. Viele davon sind auf grobe Fahrlässigkeit zurückzuführen. www.transporter-news.de
Fast alle Alpenpässe gesperrt
15.11.2007Fast alle Alpenpässe sind ab sofort bis zum Frühjahr für den Verkehr gesperrt. In Österreich betrifft das folgende Pass-Straßen: Furkajoch, Großglockner, Hahntennjoch, Maltatal, Nockalmstraße, Silvretta, Sölkpass, Stallersattel und Timmelsjoch.
In der Schweiz sind nur noch fünf von 16 Pässen befahrbar: der Albula, Col de la Croix, Flüela, Forcola di Livigno und Splüngen. In Italien sind bis auf das Penserjoch alle üblicherweise im Winter gesperrten Pässe bereits geschlossen. In Frankreich sind nur noch die Pässe Allos, Cayoll und Izoard befahrbar.
Mit der Schließung der noch offenen Pässe muss laut dem ADAC jederzeit gerechnet werden. Autofahrer können sich im Internet unter www.adac.de/verkehr/alpenstrassenbericht oder unter der kostenpflichtigen Telefonnummer 01805/510 1112 über die aktuelle Situation informieren.
Generell empfiehlt sich bei Fahrten in schneereiche Gebiete neben der richtigen Winterbereifung auch die Mitnahme von Schneekette. Auf viele Straßen der Alpenregion sind diese sogar vorgeschrieben. Wer zuhause das Anlegen trainiert, spart im Ernstfall Stress und Zeit. Ebenfalls in den Kofferraum gehören Spaten und Taschenlampe. www.transporter-news.de
Lokführerstreik: Staugefahr auf Straßen steigt
15.11.2007Aufgrund des Lokführerstreiks im Güter- und Personenverkehr ist nun wieder mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf Deutschlands Straßen und hoher Staugefahr zu rechnen. Daher rät der Verkehrsclub Deutschland (VCD) vor allem Berufspendlern Fahrgemeinschaften zu bilden.
Wer seine Reisepläne in den nächsten Tagen nicht verschieben kann, sollte sich zunächst im Internet (www.bahn.de/aktuell) oder kostenlos bei der telefonischen Servicenummer (08000/99 66 33) bei der Bahn erkundigen, ob seine Züge fahren oder ein Ersatzfahrplan besteht. In bestimmten Regionen können Fahrten mit privaten Bahnen (www.veolia-verkehr.de, www.arriva-deutschland.de) oder Fernbussen (www.berlinienbus.de, www.ab9euro.de) eine mögliche Alternative sein.
Alle Reisenden, die bereits ein Ticket bei der Deutschen Bahn AG gekauft haben und die Fahrt aufgrund des Streiks nicht antreten, können sich diese Fahrkarten von der Deutschen Bahn zurückerstatten lassen. Dies trifft laut VCD auch für im Normalfall nicht erstattbarer Tickets mit Zugbindung zu.
Mit einem volkswirtschaftlichen Schaden durch den lahmgelegten Güterverkehr rechnet der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Seiner Ansicht nach können durch den Streik Schäden in Milliardenhöhe entstehen. "Alternativen auf der Straße stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung", erklärt BGL-Präsident Hermann Grewer. Das deutsche Straßentransportgewerbe ist konjunktur- und saisonbedingt voll ausgelastet, zusätzliche Fahrzeugkapazität sind höchstens in Einzelfällen verfügbar und weiteres Fahrpersonal ist so gut wie gar nicht vorhanden.
Die deutsche Automobilindustrie hat sich für den Bahnstreik nach einem Bericht der "Automobilwoche" aber gewappnet: Um den Transport von Neufahrzeugen und Komponenten sicher zu stellen, setzen die Autobauer Notfallpläne ein. Dennoch stellt der geplante 62-Stunden-Streik im Güterverkehr die Unternehmen vor eine große logistische Herausforderung. Noch ist unklar, ob ein Produktionsausfall verhindert werden kann. www.transporter-news.de
Initiative Road Safety: Tempolimit auf Autobahnen senkt Zahl der tödlichen Unfälle nur geringfügig
08.11.2007Die private Initiative Road Safety hat in der aktuellen Diskussion um die Verbesserung der Verkehrssicherheit durch ein Tempolimit auf Autobahnen an die Unfallzahlen auf Landstraßen erinnert. Dort sei der Anteil der tödlichen Unfälle am höchsten, während Autobahnen die sichersten Straßen in Deutschland seien.
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2006 belegen, dass auf Autobahnen 13 Prozent und auf Landstraßen 60 Prozent der Todesopfer im Verkehr zu beklagen sind. Landstraßen sind damit um das Vierfache gefährlicher als Autobahnen. Selbst innerorts liegt der Anteil der getöteten Verkehrsteilnehmer mit 27 Prozent noch doppelt so hoch wie auf Autobahnen.
Außerdem bestätigen die Erkenntnisse der Unfallforschung, dass nicht die Geschwindigkeit die Hauptursache für schwere Unfälle sei, sondern Fahr- und Reaktionsfehler. auto-reporter.net
Unimog U 20 wird 2008 ausgeliefert
01.11.2007Im Mercedes-Benz-Werk in Wörth ist das erste Fahrzeug des neuen kompakten Unimog U 20 vom Band gelaufen. Mit der Baureihe wird die Modellpalette nach unten ergänzt. Der U 20 soll vor allem kleinen und mittleren Kommunen sowie Garten- und Landschaftsbaubetrieben als Geräteträgerfahrzeug dienen. Ab Werk ist er außerdem bereits für den Winterdienst-Einsatz vorbereitet.
Der U 20 wird mit zulässigen Gesamtgewichten von 7,5 Tonnen und 8,5 Tonnen geliefert. Das Fahrzeug hat einen auf 2,7 Meter verkürzten Radstand. Den Antrieb übernimmt der Vierzylinder-Turbodiesel Mercedes-Benz OM 904 LA mit einer Leistung von 110 kW/150 PS aus 4,25 Litern Hubraum. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Achtgang-Schaltgetriebe, das um acht Arbeitsgänge erweitert werden kann.
Im Unterschied zum U 300 verfügt der neue Unimog U 20 über ein Frontlenker-Ganzstahlfahrerhaus. Dieses ist durch weit öffnende Türen gut zugänglich und bietet innen Raum für drei Personen. Ab Ende des ersten Quartals 2008 werden die ersten Kundenfahrzeuge ausgeliefert. www.auto-reporter.net
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